Es ist nicht kurz vor 12 Uhr. Es ist 2026.
Dieses Jahr müssen wir uns fragen: Was passiert, wenn der rechte Rand regiert? Oder ist es schon zu spät - und die AfD hat längst mehr Macht, als wir wahrhaben wollen?
Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr und starte 2026 mit einer Entschuldigung und einer großen Ankündigung.
Fangen wir mit der Entschuldigung an: Mein 2025 verlief ganz anders, als ich es geplant hatte. Zwei Todesfälle in der Familie haben mich gezwungen, einige Projekte ruhen zu lassen – auch diesen Newsletter. Aber jetzt ist ein neues Jahr, ich habe über die Feiertage Kraft gesammelt, und nun geht es hier wieder weiter – mit doppelter Energie und neuen Themen. Ich freue mich sehr, wenn ihr weiterhin dabei seid oder jetzt (wieder) einsteigt. Ab sofort erscheint dieser Newsletter wieder regelmäßig :).
Die AfD in der Regierung?
Und das ist auch dringend nötig. Denn 2026 wird politisch ein entscheidendes Jahr – ein Jahr, in dem sich einiges verschieben könnte.
In fünf Bundesländern stehen Landtagswahlen an. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD derzeit bei rund 40 Prozent. Eine Regierungsbildung wäre dort ohne sie nur mit einer Allparteienkoalition von CDU bis Linke möglich – faktisch also kaum. Aber die AfD führt derzeit auch immer wieder bundesweit. Das Argument, dass die AfD nur ein Problem einzelner Bundesländer wäre, ist damit hinfällig. Es stellt sich doch eher die Frage:
Was passiert, wenn der rechte Rand regiert?
Und damit kommen wir zu meiner großen Ankündigung: Um genau das herauszufinden, habe ich mich für mein neues Buch auf den Weg gemacht. Ich wollte verstehen, wie Demokratien sich noch retten lassen, bevor sie kippen – und was wir aus anderen Ländern lernen können, in denen autoritäre Kräfte schon weiter sind.
Diese Reise hat mich in die USA geführt, wo Demokratie unter Trump oft nur noch als Kulisse erschien. Nach Polen, ein Land zwischen Aufbruch und Rückschritt.
Und nach Italien, wo eine postfaschistische Wölfin im Schafspelz regiert.
Aus dieser Reise ist mein neues Buch entstanden: „Wenn der rechte Rand regiert“.
Ich gehe darin der Frage nach, wie das autoritäre Drehbuch weltweit funktioniert – und wie es Trump und seine Anhänger geschafft haben, Millionen zu überzeugen. Ich spreche mit MAGA-Fans in Kalifornien, treffe Menschen auf einer Gedenkfeier für den rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk und frage: Gibt es diesen Moment, in dem eine Demokratie kippt? Wann wendet sich eine Gesellschaft ab – und warum?
Mit diesen Eindrücken kehre ich in ein Deutschland zurück, das mitten in dieser Auseinandersetzung steckt. Was müssen wir also jetzt tun, damit die nächste Bundeskanzlerin nicht Alice Weidel heißt?
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus anderen Ländern lautet: Autoritäre Macht beginnt früher, als wir denken. Lange bevor Rechtsextreme regieren, verschieben sie bereits Grenzen – in Sprache, in Debatten, in Institutionen. Weltweit zeigt sich: Gesellschaften merken oft erst, was passiert, wenn es fast zu spät ist.
Was bedeutet das für uns?
Es geht jetzt um alles.
Es wird Zeit, das Gesamtbild zu betrachten.
Zeit, zu begreifen, wie die AfD schon jetzt Macht übernimmt.
Zeit, von den Ereignissen in anderen Ländern zu lernen.
Zeit, zu handeln.
Denn am Ende steht eine einfache, aber entscheidende Frage:
In welcher Welt wollen wir morgen aufwachen?
Unter diesem Link könnt ihr ein Exemplar mit persönlicher Widmung bestellen. Freue mich sehr über euren Support!
Lasst uns in diesen Zeiten zusammenhalten
Einen Gedanken möchte ich zum Schluss noch mit euch teilen:
Ich weiß, die Welt fühlt sich gerade ziemlich mies an. Und ja – manchmal will man sich einfach nur davor verstecken. Ich verstehe das so gut, denn ich habe es in den letzten zwei Wochen genauso empfunden. Zwischen den Feiertagen wollte ich am liebsten den ganzen Tag unter dem Weihnachtsbaum liegen und einfach gar nichts tun. Nur da liegen, in meine kleine, friedliche Welt eintauchen und so tun, als gäbe es da draußen keinen Lärm, keine Wut, keinen Streit.
Ich habe Schmink-Tutorials geschaut, mir Videos über Hunde angesehen, überlegt, welchen neuen Sport ich im neuen Jahr anfangen könnte – Hauptsache, nichts von dieser Außenwelt reinlassen. Ich wollte meine Ruhe. Und ich weiß, vielen von euch geht es genauso. Nachrichten machen müde. Krisen machen müde. Das Gefühl, dass unser Einsatz nichts mehr verändert, macht müde.
Aber genau darauf bauen autoritäre Bewegungen ihre Macht auf: auf unserer Erschöpfung, unserer Unsicherheit, unserer Versuchung, nicht mehr hinzusehen. Auf dem Wunsch, einfach mal Pause zu machen – weil alles zu viel scheint. Während wir versuchen, durchzuatmen, bauen sie ihre Strukturen weiter aus. Die AfD hier in Deutschland. Trump in den USA. Und überall tragen autoritäre Kräfte das gleiche Drehbuch in die Welt hinaus.
Das ist gefährlich – weil Gleichgültigkeit ihr stärkster Verbündeter ist. Und weil es irgendwann den Moment gibt, an dem „zu spät“ tatsächlich zu spät ist.
Genau deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Es erzählt Geschichten, zeigt Mechanismen, liefert Aufklärung – vor allem aber will es Mut machen. Mut, wieder aufzustehen. Mut, gegen diese Müdigkeit anzukämpfen. Denn die Demokratie lebt von uns – von denen, die nicht aufgeben, auch wenn es schwerfällt.
Ich bin unter meinem Weihnachtsbaum aufgestanden. Und ich wünsche mir, dass wir dieses Jahr gemeinsam aufstehen.
Lasst uns rauskommen aus der Müdigkeit. Lasst uns laut sein, wachsam sein und kämpfen – für unsere Demokratie.
Ich freue mich, wenn ihr dabei seid.




Ich bin gespannt auf das Buch…! Danke für Deine Arbeit.
Schön, dass Du zurück bist! :)